Wann sind Naturheilmittel zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden geeignet?

Überprüft von medizinisch geschultem Personal von Mylan 20190809T000000

Naturheilmittel können zur Linderung leichter bis mittelschwerer menopausaler Beschwerden angewendet werden. Ihr Einsatz kann auch bei Frauen überlegt werden, bei denen eine menopausale Hormontherapie (MHT) nicht möglich ist, oder die sich gegen eine MHT entscheiden. Eine Behandlung mit Naturheilmitteln sollte unter direkter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Was sind Phytoöstrogene und welchen Nutzen haben sie?

Pflanzliche Stoffe, die in ihren chemischen Eigenschaften dem körpereigenen weiblichen Hormon ähnlich sind, werden als Phytoöstrogene bezeichnet. Zu den Phytoöstrogenen gehören beispielsweise Isoflavone und Lignane. Isoflavone kommen normalerweise in Sojabohnen und den Wurzeln der Kudzu-Pflanze vor; Lignane finden sich unter anderem in Leinsamen. Darüber hinaus kommen Phytoöstrogene auch in Obst, Gemüse und Vollkorn vor.

Auch wenn die Studienlage zur Wirksamkeit nicht einheitlich ist, so konnte in einigen Untersuchungen gezeigt werden, dass aus Sojabohnen gewonnene Isoflavone dazu beitragen können, die Häufigkeit und Schwere von Hitzewallungen zu vermindern. Isoflavone besitzen eine ähnliche Wirkung wie menschliches Östrogen und synthetische Östrogene. Allerdings ist ihre Wirksamkeit geringer als die der körpereigenen oder auch äusserlich zugeführten Östrogene einer MHT (menopausale Hormontherapie). Sie können im individuellen Fall von Nutzen sein, um leichte bis mittelschwere menopausale Beschwerden zu lindern.

Ist die Anwendung von Naturheilmitteln in den Wechseljahren unbedenklich?

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Isoflavone für Frauen in der Menopause als nicht schädlich eingestuft.

Welche anderen Naturheilmittel werden häufig verwendet?

Mönchspfeffer ist eine Heilpflanze und kann bei Brustspannen, gereizter Stimmung oder Kopfschmerzen vor und während der Periode lindernd wirken. Verwendung findet er als Trockenextrakt in Fertigpräparaten und als Tee. Mönchspfeffer-Extrakt kann bewirken, dass der Zyklus wieder regelmässiger wird und eventuelle Periodenschmerzen abgeschwächt werden, was am Anfang der Wechseljahre hilfreich sein kann, wenn der Zyklus aus dem Rhythmus gerät.

In der Phase, in welcher der Östrogenspiegel sinkt und die bestens bekannten und typischen Wechseljahrbeschwerden auftreten können – wie z.B. Hitzewallungen, – werden häufig Präparate mit dem Extrakt der Traubensilberkerze angewendet. Sie ist auch als Cimicifuga, Schlangenwurzel, Christophskraut, Frauenwurzel oder Wanzenkraut bekannt und zeigt östrogenähnliche Wirkung. Der Traubensilberkerze werden günstige Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel und auf die Vaginalschleimhaut zugeschrieben, es gibt aber auch einzelne Berichte über eine möglicherweise leberschädigende Wirkung.

Ergänzend können weitere Heilpflanzen kombiniert werden:

  • Salbei bei übermässigem Schwitzen
  • Weissdorn bei Herzklopfen
  • Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume bei Einschlafschwierigkeiten und Schlafstörungen
  • Artischockenpräparate bei Verdauungsproblemen
  • Ginkgo bei Vergesslichkeit und Johanniskraut bei Konzentrationsstörungen

Pflanzliche Präparate sind eine mögliche Behandlungsoption in der Menopause. Ihr Einsatz sollte aber mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden, da auch pflanzliche Mittel individuell abgestimmt sein sollten.

Ernährung

Die Ernährung spielt bei der Besserung von Beschwerden in den Wechseljahren eine wichtige Rolle. Erfahren Sie mehr über die Ernährung während der Menopause.

Behandlung in den Wechseljahren

Ziel einer Behandlung ist die Linderung von Wechseljahrbeschwerden und eine Verbesserung der Lebensqualität. Erfahren Sie mehr über eine Behandlung in den Wechseljahren.